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Einbauhinweise · 6 Min. Lesezeit

Isolierglas: Einbau, Dichtstoffe und Lagerung

Isolierglas hält Jahrzehnte, wenn der Randverbund trocken bleibt und nichts ihn angreift. Ein guter Teil der beschlagenen Scheiben ist kein Fertigungsfehler, sondern die Folge eines falschen Silikons, von Wasser im Falz oder schlechter Lagerung.

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So ist der Randverbund aufgebaut

Zwischen den beiden Scheiben sitzt der Abstandhalter (Aluminium oder TGI), gefüllt mit Molekularsieb, das die im Zwischenraum eingeschlossene Feuchtigkeit aufnimmt.

Die Primärdichtung ist Butyl, bei uns Kömmerling GD 115. Sie wird auf beiden Seiten des Abstandhalters aufgetragen und verhindert, dass Feuchtigkeit eindringt und Gas entweicht. Von ihr hängt die Lebensdauer der Scheibe ab.

Die Sekundärdichtung ist Polyurethan, bei uns Kömmerling GD 677 NA Plus. Sie hält die Scheiben zusammen und schützt das Butyl. Polyurethan verträgt keine Sonne (UV), deshalb muss der Rand vom Rahmen abgedeckt sein. Bleibt der Rand der Sonne ausgesetzt, etwa bei Structural-Glazing-Fassaden und rahmenlosen Verglasungen, ist die Sekundärdichtung aus Silikon.

ZWEIFACH4 + 16 + 4 [24 mm] Argon Glas Beschichtung Butyl Abstandhalter mit Molsieb Polyurethan/Silikon AUSSENINNEN
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Silikone: essigsaure auf keinen Fall, und auch neutral ist nicht gleich neutral

Essigsaures Silikon erkennt man am Essiggeruch. Beim Aushärten gibt es Essigsäure ab, die den Randverbund des Isolierglases angreift. Sanitärsilikone sind meist genau solche. Zum Versiegeln der Verglasung im Flügel, ob PVC, Holz oder Aluminium, darf nur neutral vernetzendes Silikon verwendet werden. Die Verglasungsrichtlinien schließen Dichtstoffe, die beim Aushärten Essigsäure oder Amine abspalten, ausdrücklich aus.

Auch neutrale Silikone sind nicht alle gleich. Günstige sind oft mit Mineralöl oder Weichmachern „gestreckt“. Dieses Öl wandert mit der Zeit durch das Polyurethan bis zum Butyl.

Das Butyl quillt dann auf, wird weich und beginnt in die sichtbare Glasfläche zu laufen, wie auf der Zeichnung. Der Randverbund dichtet nicht mehr: Gas entweicht, Feuchtigkeit dringt ein, und die Scheibe beschlägt von innen. Eine solche Scheibe lässt sich nicht reparieren, nur austauschen. Der Schaden zeigt sich nicht sofort, sondern mit der Zeit.

Dasselbe können Verglasungsklötze oder Dichtungen aus weichmacherhaltigem Material bewirken, ebenso eine zu tiefe Fuge, in der das Silikon nicht vollständig aushärtet.

So vermeiden Sie das: Verwenden Sie ein Silikon, das der Dichtstoffhersteller auf Verträglichkeit mit dem Randverbund geprüft hat. Unsere Sekundärdichtung ist Kömmerling GD 677 NA Plus, und Kömmerling führt eine Liste der Silikone, die mit ihr und mit dem Kömmerling-Butyl geprüft sind. Für die Versiegelung im Rahmen gilt Tabelle 2.1.

Liste der geprüften Silikone herunterladen (Kömmerling TI 200, v3.0, PDF)

Die Liste stammt von Kömmerling und ist auf Englisch. Es handelt sich um Empfehlungen des Dichtstoffherstellers; bei einem Silikon, das nicht auf der Liste steht, fragen Sie uns bitte vor dem Einbau.

ANSICHT Fensterflügel Randverbund Butyl läuftins Sichtfeld sichtbare Glasfläche
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Der Rand darf nicht im Wasser stehen

Der Randverbund verträgt Feuchtigkeit, aber kein stehendes Wasser. Steht Wasser im Glasfalz, zersetzt sich der Dichtstoff mit der Zeit, und die Scheibe beschlägt.

Deshalb hat der Glasfalz Entwässerungsöffnungen nach außen, durch die das Wasser abläuft. Die Verglasungsklötze dürfen die Entwässerung nicht verschließen.

Prüfen Sie bei Einbau und Wartung, dass die Entwässerungsöffnungen nicht verstopft sind, etwa durch Staub, Putz, Silikon oder Laub.

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Lagerung

Stehend, nie liegend. Das Glas steht auf einem Gestell, um etwa 6° geneigt.

Auf Holz- oder Gummiauflagen, nie direkt auf Metall, Beton oder Stein. Zwischen die Pakete kommen Zwischenlagen, die keine Feuchtigkeit aufnehmen.

Trocken und im Schatten. Im Freien decken Sie das Glas mit einer lichtundurchlässigen, luftdurchlässigen Plane ab. Die Unterkante darf weder in einer Pfütze noch unter Tropfwasser vom Dach stehen.

Wird ein Paket nass, stellen Sie die Isolierglasscheiben auseinander und trocknen Sie sie außen ab. Wasser, das zwischen benachbarten Scheiben im Paket bleibt, hinterlässt bleibende Flecken auf der Oberfläche.

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In der Sonne und beim Transport

Ein Paket beschichtetes Isolierglas erwärmt sich in der Sonne ungleichmäßig und kann brechen, außerdem schadet die Sonne dem Randverbund. Decken Sie es auf der Baustelle immer ab oder lagern Sie es im Schatten.

Glas wird stehend auf zwei gepolsterten Auflagen transportiert, sodass sich die Scheiben weder gegenseitig noch Metall berühren. Führt der Transport über einen Gebirgspass mit mehr als 500 m Höhenunterschied, sagen Sie uns bitte Bescheid: Dann fertigen wir die Scheiben in einer Sonderausführung, weil sich das Gas darin ausdehnt.

Quellen: BF-Richtlinie 022 (Verglasungsrichtlinie); BF-Merkblatt zur Materialverträglichkeit am Isolierglas; Schollglas Verglasungsrichtlinien; Kömmerling TI 200; Guardian GlassTime, Kapitel 2.3, 9.11 und 9.17.
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