Was die Kennwerte am Glas bedeuten
Ug, g, LT, Rw und weitere Angaben aus Angebot und technischem Datenblatt. Jeder Begriff kurz erklärt: was er ist, wie man ihn liest und welcher Wert gut ist.
Ug: wie viel Wärme nach außen geht
Wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Glas je Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen geht. Beispiel: Bei Ug 1,1, innen 20 °C und außen 0 °C, gehen durch jeden Quadratmeter 20 × 1,1 = 22 W. Je kleiner die Zahl, desto weniger Wärme geht nach außen.
Der Ug-Wert hängt von drei Dingen ab: der Beschichtung, der Breite des Abstandhalters (dem Abstand zwischen den Scheiben) und der Gasfüllung. Berechnet wird er nach EN 673.
Was bringen 0,3 Unterschied? Je Grad Temperaturunterschied 0,3 W weniger pro Quadratmeter. Bei einem Haus mit 10 m² Glas, innen 20 °C und außen 0 °C, sind das 0,3 × 10 × 20 = 60 W, wie eine alte Glühbirne, die Tag und Nacht brennt: 1,4 kWh am Tag.
Der häufigste Irrtum: Dreifach ist immer besser. Stimmt nicht. Ist der Zwischenraum zu schmal, geht die Wärme schneller durch den schmalen Scheibenzwischenraum, und Dreifach-Isolierglas mit Abstandhaltern unter 8 mm dämmt schlechter als Zweifach-Isolierglas mit Sun-Beschichtung.
Berechnung nach EN 673: Scheiben 4 mm, Argon 90 %. Zweifach mit Sun-Beschichtung, Dreifach mit zwei Low-E-Beschichtungen.
g: wie viel Sonnenwärme hereinkommt
Der Anteil der Sonnenenergie, der im Raum ankommt: was durch das Glas hindurchgeht und was das Glas aufnimmt und nach innen abgibt. Bestimmt nach EN 410.
Im Winter ist ein hoher g-Wert ein Gewinn, kostenlose Heizung. Im Sommer kostet er, weil die Klimaanlage diese Wärme wieder abführen muss. Große Glasflächen nach Süden, Osten und Westen brauchen deshalb eine Sonnenschutzbeschichtung.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm] 64 %
IG Low-E 4+16+4+16+Low-E 4 [44 mm] 53 %
IG Sun4+16+4 [24 mm] 35 %
Werte nach EN 410. Dreifach-Isolierglas mit Low-E lässt weniger Wärme durch als Zweifach-Isolierglas, aber auch weniger Licht. Die Sun-Beschichtung halbiert die Wärme fast und kostet nur wenig Licht. Dunkle Gläser halten die Wärme ab, das Licht aber noch stärker.
Ψ: Warme Kante
Die Wärme, die am Glasrand über den Abstandhalter verloren geht. Ψ ist kein Wert des Glases allein; er gilt für das Glas in einem bestimmten Rahmen, deshalb wird zur Zahl immer auch der Rahmen angegeben.
Für das ganze Fenster wird Uw berechnet, darin gehen Ug des Glases, Uf des Rahmens und Ψ des Randverbunds ein. Bei kleineren Fenstern macht der Rand einen großen Teil des Verlusts aus.
Warme Kante bedeutet auch einen wärmeren Glasrand auf der Raumseite. Bei −10 °C außen und 20 °C innen hat der Rand eines Zweifach-Isolierglases im PVC-Fenster mit Aluminium-Abstandhalter 8,6 °C, mit TGI 11,3 °C. Bei 50 % Raumluftfeuchte bildet sich unter 9,3 °C Tauwasser: Mit Aluminium beschlägt der Rand, mit TGI nicht.
Wir arbeiten mit Aluminium- und mit TGI-Abstandhaltern (Warme Kante).
Zum Vergleich:
Zweifach, PVC-Fenster: Aluminium 0,068, TGI 0,040
Dreifach, PVC-Fenster: Aluminium 0,069, TGI 0,038
Argon
Das Gas im Zwischenraum zwischen den Scheiben. Es leitet Wärme schlechter als Luft und ergibt bei gleicher Beschichtung einen niedrigeren Ug-Wert. Der Füllgrad liegt meist bei etwa 90 %.
Am besten wirkt es bei einem Zwischenraum von 15 bis 18 mm. Für den Schallschutz bringt es nichts; dort helfen dickere Scheiben, unterschiedliche Dicken und Schallschutzfolie.
Argon entweicht mit der Zeit langsam durch den Randverbund. Die Norm EN 1279-3 lässt einen Verlust von bis zu 1 % pro Jahr zu. Der Ug-Wert ändert sich dadurch nur wenig: Sinkt der Füllgrad von 90 auf 80 %, steigt der Ug von IG 4+16+Low-E 4 [24 mm] von 1,07 auf etwa 1,10. Deshalb ist der Randverbund im System Isolierglas so wichtig.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm]: mit Luft Ug 1,4, mit Argon 1,1
LT: wie viel Licht durchkommt
Der Anteil des Tageslichts, der durch das Glas gelangt. Jede Scheibe und jede Beschichtung nimmt etwas Licht weg.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm] 82 %
IG Low-E 4+16+4+16+Low-E 4 [44 mm] 74 %
IG Sun4+16+4 [24 mm] 70,5 %
IG Stopsol Bronza 4+16+Low-E 4 [24 mm] 25 %
IG Parsol Dark Grey 6+16+Low-E 4 [26 mm] 8 %
Ra: wirken die Farben natürlich?
Wie stark sich die Farben von Gegenständen verändern, wenn Sie sie durch das Glas betrachten. 100 heißt kein Unterschied, über 90 ist sehr gut, über 80 gut.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm]: 98
IG Sun4+16+4 [24 mm]: 95
IG Stopsol Bronza 4+16+Low-E 4 [24 mm]: 87
IG Parsol Dark Grey 6+16+Low-E 4 [26 mm]: 85
Selektivität
Wie viel Licht Sie je Einheit Wärme bekommen. Selektivität 2 bedeutet doppelt so viel Licht wie Wärme.
Lange galt 2 als Obergrenze. Beschichtungen mit drei Silberschichten liegen heute darüber.
Unter 1 heißt: Das Glas hält mehr Licht als Wärme zurück. So verhalten sich dunkle Gläser.
Selektivität ist Lt geteilt durch g, aus denselben Werten wie die Grafik bei g.
Rv: wie stark das Glas spiegelt
Der Anteil des Lichts, der vom Glas reflektiert wird. Rv außen zeigt, wie das Gebäude tagsüber aussieht, Rv innen, wie stark Sie sich abends in der Scheibe sehen.
Sonnenschutzbeschichtungen müssen nicht spiegeln. Es gibt sie mit einer Reflexion wie bei normalem Glas, und es gibt reflektierende für die Optik der Fassade.
Achten Sie auf die Reflexion innen: Manche Gläser spiegeln außen weniger, innen aber über 25 %. Abends bei eingeschaltetem Licht sehen Sie sich darin wie in einem Spiegel.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm]: außen 12,4 %, innen 12,6 %
IG Sun4+16+4 [24 mm]: außen 13,6 %, innen 15,5 %
IG Stopsol Bronza 4+16+Low-E 4 [24 mm]: außen 15 %, innen 32 %
IG Parsol Dark Grey 6+16+Low-E 4 [26 mm]: außen 4 %, innen 9 %
UV-Transmission
Wie viel ultraviolette Strahlung durchgeht. UV bleicht Stoffe, Bilder, Parkett und Möbel aus.
Normales Zweifach-Isolierglas hält mehr als die Hälfte des UV zurück. VSG hält fast alles zurück: Schon mit zwei Folien, wie bei 3.3.2, gehen nur etwa 0,5 % durch.
Wohin die Sonnenenergie geht
Die Sonnenenergie, die auf das Glas trifft, teilt sich in drei Teile: Ein Teil geht durch (τe), ein Teil wird reflektiert (ρe), und einen Teil nimmt das Glas auf (αe). Die Summe ist immer 100 %.
g ist nicht dasselbe wie τe. In g geht auch der Teil der aufgenommenen Wärme ein, den das Glas an den Raum abgibt.
Beispiel IG Sun4+16+4 [24 mm]: 33,4 % gehen durch, 45,3 % werden reflektiert, 21,4 % nimmt das Glas auf. g beträgt 34,9 %, etwas mehr als 33,4 %, weil das Glas einen Teil der aufgenommenen Wärme nach innen abgibt.
Auf welcher Position die Beschichtung liegt
Die Glasoberflächen werden von außen nach innen gezählt: Zweifach-Isolierglas hat die Positionen 1–4, Dreifach-Isolierglas 1–6. Die Beschichtung zeigt immer zum Scheibenzwischenraum, wo sie geschützt ist.
Die Sonnenschutzbeschichtung liegt auf Position 2, auf der Außenscheibe, damit sie die Sonnenwärme abweist, bevor sie hereinkommt. Low-E liegt bei Zweifach-Isolierglas auf Position 3, bei Dreifach-Isolierglas auf 2 und 5. Werden Sonnenschutz und Low-E im Dreifach-Isolierglas kombiniert, liegt der Sonnenschutz auf 2 und Low-E auf 5.
Absorption und thermischer Bruch
Wie viel Sonnenenergie das Glas in sich aufnimmt, wobei es sich erwärmt. Dunklere Gläser und Sonnenschutzgläser nehmen mehr auf.
Liegt ein Teil der Scheibe in der Sonne und ein Teil im Schatten (Decke, Stütze, Baum, Gebäude gegenüber), erwärmt sich das Glas ungleichmäßig und kann brechen. Normales Glas verträgt innerhalb derselben Scheibe einen Unterschied von etwa 40 °C. Der Riss beginnt an der Kante, im rechten Winkel. ESG verträgt einen solchen Unterschied problemlos.
Deshalb: Heizkörper mindestens 30 cm vom Glas entfernt, und Pakete mit beschichtetem Isolierglas auf der Baustelle nicht in der Sonne stehen lassen, sondern mit einer lichtundurchlässigen Plane abdecken.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm]: 14 %
IG Sun4+16+4 [24 mm]: 21,4 %
IG Stopsol Bronza 4+16+Low-E 4 [24 mm]: 59 %
IG Parsol Dark Grey 6+16+Low-E 4 [26 mm]: 90 %
Thermischer Bruch: Der besonnte Teil der Scheibe erwärmt sich und dehnt sich aus, der verschattete Teil und die Kante im Rahmen bleiben kalt. Übersteigt der Unterschied etwa 40 °C, bricht normales Glas von der Kante aus. Der Riss beginnt im rechten Winkel zur Kante, verläuft 2–5 cm gerade und verzweigt sich dann.
Rw: wie stark das Glas den Schall dämmt
Die Zahl, die angibt, wie stark das Glas den Schall dämmt. Je höher, desto ruhiger ist es innen. Ermittelt wird sie durch Messung im Labor, nach EN ISO 717-1. Die Werte in unseren Angeboten und auf der Website sind Rechenwerte aus solchen Messungen, keine Messung Ihres Glases.
Dezibel addieren sich nicht wie normale Zahlen: Zwei Quellen mit je 80 dB ergeben 83 dB, nicht 160. Einen Unterschied von 10 dB empfindet das Ohr als halb so laut.
Beispiel: An der Straße sind es außen 69 dB. IG 4+16+Low-E 4 [24 mm] (Rw 30) lässt innen etwa 39 dB übrig.
Dreifach-Isolierglas allein hilft nur wenig, von 30 auf 32 dB. Mehr bringen VSG und unterschiedliche Scheibendicken, und eine Schallschutzfolie (SR) bringt noch einige Dezibel dazu.
Zum Vergleich:
IG 4+16+Low-E 4 [24 mm]: 30 dB
IG Low-E 4+16+4+16+Low-E 4 [44 mm]: 32 dB
IG 6+16+LamiLowE 3.3.2 [28,76 mm]: 37 dB
IG LamiLowE 3.3.2+16TGI+4+16TGI+LamiLowe 4.4.2 SR [51,52 mm]: 47 dB
IG Lami Sun 4.4.2+16TGI+4+16TGI+LamiLowe 4.4.2 SR [53,52 mm]: 48 dB
C und Ctr: welcher Lärm
Zum Rw werden zwei Spektrum-Anpassungswerte in Klammern angegeben, zum Beispiel für IG Sun4+16+4 [24 mm]: Rw (C; Ctr) = 30 (−1; −4).
C gilt für Sprache, Musik, spielende Kinder und schnell fließenden Verkehr. Ctr gilt für innerstädtischen Verkehr, Lkw und langsame Züge, also tiefe Töne, bei denen Glas am schwächsten ist.
An einer verkehrsreichen Straße zählt Rw + Ctr: im Beispiel 30 − 4 = 26 dB.
EN 12600: Körperanprall
Ein Pendelschlagversuch, der einen Menschen simuliert, der gegen die Scheibe prallt. Das Pendel wird auf eine von drei Fallhöhen angehoben und gegen das Glas fallen gelassen; die Einstufung sagt, was das Glas ausgehalten hat und wie es gebrochen ist.
Die Einstufung funktioniert wie eine Rangliste: 1 ist der erste Platz. 1(B)1 ist besser als 2(B)2.
Beispiel: 4.4.2 und 4.4.6. Beide bestehen aus zwei Scheiben zu 4 mm. 4.4.2 hat zwei Folienlagen (0,76 mm), 4.4.6 sechs (2,28 mm). Nach EN 12600 erreichen beide 1(B)1: Sie halten den Anprall aus der größten Fallhöhe aus, und wenn sie brechen, bleiben die Bruchstücke an der Folie, ohne Öffnung. Gegen Körperanprall schützen sie gleich gut.
Der Unterschied zeigt sich erst bei der Einbruchhemmung nach EN 356: 4.4.2 ist P2A, 4.4.6 P5A.
Fallhöhen und Einstufungen nach EN 12600 (GlassTime 7.4.4.1). VSG mit nur einer Folienlage, etwa 4.4.1, erreicht nur 2(B)2. Wir fertigen VSG mit mindestens zwei Folienlagen.
EN 356: Einbruchhemmung
EN 356 prüft den Widerstand von Glas gegen Einbruch, also gegen manuellen Angriff. Es gibt zwei getrennte Prüfungen, und das Glas erhält seine Klasse aus einer davon.
Prüfung A, Kugelfall (P1A–P5A): simuliert einen Stein oder schweren Gegenstand, der gegen die Scheibe geworfen wird. Eine Stahlkugel von 4,11 kg fällt auf dieselbe Stelle: P1A aus 1,5 m dreimal, P2A aus 3 m, P3A aus 6 m, P4A aus 9 m dreimal, P5A aus 9 m neunmal.
Prüfung B, Axt (P6B–P8B): simuliert einen Täter mit Werkzeug. Eine Maschine schlägt mit einer 2-kg-Axt, bis eine Öffnung von 40 × 40 cm entsteht: P6B 30 Schläge, P7B 51, P8B 70. Hier kommen dicke VSG-Aufbauten mit vielen Folienlagen zum Einsatz.
Die Klasse bestimmt die Zahl der Folienlagen, nicht die Glasdicke. Hier ist die höhere Zahl besser, umgekehrt als bei EN 12600.
Beispiel: 4.4.4. Dem Kunden werden beide Einstufungen angegeben: EN 12600 1(B)1 und EN 356 P4A. Die erste sagt, wie das Glas gegen Körperanprall schützt, die zweite, wie einbruchhemmend es ist.
Zum Vergleich:
VSG 4.4.2: 1(B)1, P2A
VSG 4.4.4: 1(B)1, P4A
VSG 4.4.6: 1(B)1, P5A
Prüfung nach EN 356 (GlassTime 7.4.4.2). Die Klassen gelten für werkseitig hergestelltes VSG mit vom Hersteller geprüfter Klasse.
Tauwasser auf der Außenseite
Morgens im Frühjahr und Herbst kann Dreifach-Isolierglas außen beschlagen sein. Das ist kein Mangel, sondern ein Zeichen guter Dämmung: Die Wärme aus dem Haus erwärmt die Außenscheibe nicht, deshalb kühlt sie unter den Taupunkt ab.
Tauwasser zwischen den Scheiben ist etwas anderes. Es bedeutet, dass der Randverbund nachgegeben hat, und die Scheibe wird ausgetauscht.
Gewölbte Scheiben (Doppelscheibeneffekt)
Das Gas im Isolierglas wird bei der Temperatur und dem Luftdruck im Werk eingeschlossen. Ist es draußen wärmer oder kälter oder ändert sich der Luftdruck, dehnt sich das Gas aus oder zieht sich zusammen, und die Scheiben wölben sich leicht nach außen oder innen. Spiegelungen in der Scheibe wirken dann verzerrt.
Das ist kein Mangel, sondern ein Zeichen, dass der Randverbund dicht ist. Am deutlichsten sieht man es bei großen Scheiben, Dreifach-Isolierglas und breiten Zwischenräumen.
Senden Sie uns Ihre Positionsliste
oder eine Projektbeschreibung.
Sie erhalten ein Angebot mit technischem Datenblatt, auf Wunsch auch den Ausschreibungstext für Ihr Leistungsverzeichnis.